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10. März 2025  (aktualisiert am 14. Juli 2025)

Mehr als eine Oberflächlichkeit

von  Fachredaktion für energetisches Sanieren | 7 Min. Lesezeit | #Oberputz  #Kalkputz  #Kalkzementputz  #Sanierputz  #Sockelputz 

Auf den Dämmstoff folgt die Armierungsschicht als stabiler, tragender Untergrund für den organischen oder mineralischen Oberputz. Der Oberputz eines WDVS übernimmt gleich mehrere Aufgaben: Er ist Schutz gegen Wind und Wetter, er muss mechanischen Beanspruchungen standhalten, bauphysikalische Funktionen wie die Regulierung der Luftfeuchtigkeit übernehmen und nicht zuletzt gut aussehen, denn er prägt vornehmlich Optik und Anmutung des Hauses.

Putz ist nicht gleich Putz: Verschiedene Arten von Putz werden nach den verwendeten Materialien, in der Regel nach dem Bindemittel (Kalkputz, Kalkzementputz, Zementputz und Gipsputz), nach der Verarbeitung (Rau-, Kratz-, Reibeputz u. Ä.) oder nach der Funktion (Wärmedämm-, Akustik- oder Sockelputz) differenziert. Man unterscheidet grundsätzlich Grundputz (Unterputz) und Oberputz (Edelputz).

Oberputze

Der Oberputz ist die letzte Lage eines Putzsystems im Außenbereich. Er kann als Dünnschichtputz (organisch oder mineralisch gebundener Putz, Schichtdicke ist gleich maximale Korngröße) oder Dickschichtputz (mineralisch gebundener Putz, Schichtstärke kann erheblich größer als die Korngröße sein) ausgeführt werden. Beide Putztypen sind als Oberputze auf WDV-Systemen geeignet. Mineralisch gebundene Oberputze sind robuster und langlebiger, benötigen jedoch grundsätzlich einen Egalisationsanstrich.

Rauputz

Durch unterschiedliche Behandlung beim bzw. nach dem Auftragen des Putzes entstehen unterschiedliche Oberflächeneffekte: Reibeputz, Kratzputz, Schlämmputz etc., die vollflächig oder auch kombiniert eingesetzt werden können.

Putz an Hausfassade, daneben ein Fenster
weiße Villa-Fassade mit Fenster und Regenrinne

Filzputz

Seine nahezu glatte Oberfläche erhält dieser Putz durch die Strukturierung mit einem Filzbrett.

Haus mit grauer Betonfassade, grauer Tür und grauem Briefkasten
Hausfassade hellgrau strukturiert mit Terrassenbereich mit Sitzmöbeln

Strukturgebend

Putze können maschinell oder von Hand verarbeitet werden. Je nach Beschaffenheit der Putzoberfläche spricht der Fachmann z. B. von Reibe-, Struktur-oder Streichputz. Die unterschiedlichen Gestaltungseffekte werden durch die Korngröße der Zuschlagstoffe und durch die unterschiedliche Behandlung des frischen Putzes erzielt, z. B. Glattziehen, Kellenstriche, Kehren, Kratzen u. v. m. Hierfür bedarf es der versierten Hand eines Fachmanns, damit handwerkliche Formvollendung Dein Haus ziert.

Kalkputz

Er wird aufgrund seiner geringen Festigkeit und besseren Spannungsaufnahme meist als Putz für historische Gebäude genutzt.

Kalkzementputz

Hierbei handelt es sich um einen klassischen Putz für innen und außen. Häufig wird dieser auch als Kalkzementleichtputz (mit kleinsten Styroporkügelchen oder mineralischen Zuschlägen) an der Fassade verwendet.

strukturierte rötliche Fassade mit Fenstern
Fassade von Hauswand mit Fenster und Regenrinne

Sanierputz

Dieser stark hydrophobierte, mit speziellen Luftporen versehene Kalkzementputz ermöglicht aufgrund seiner Porenstruktur die Einlagerung bauschädlicher Salze in das Putzgefüge und minimiert damit Bauschäden durch Feuchte und Salze.

Putze mit Selbstreinigungseffekt

Heute sind auch High-Tech-Putze erhältlich, die die Sauberkeit und Schönheit der Fassade verlängern. Sie ermöglichen einen Selbstreinigungseffekt. Durch die spezielle Oberflächenbeschaffenheit des Putzes wird das Festsetzen von Schmutzpartikeln und Algen erschwert. Regen und Feuchtigkeit schwemmen die Reste ab.

Hausfassade weiß und braun mit Kammzug
Haus mit grauer Betonfassade, grauer Tür und grauem Briefkasten

Sockelputze

Hausfassade weiß und dunkel strukturiert mit Garagentor
Sie verfügen über eine besonders hohe Festigkeit und sind damit resistenter gegenüber mechanischen Belastungen. Eine weitere Eigenschaft: Der Gebäudesockel ist einer wesentlich höheren Feuchtebelastung, z. B. durch den Bodenkontakt und Spritzwasser, ausgesetzt. Deshalb eignet sich im Sockelbereich reiner Zementputz, der auch einen besseren Feuchteschutz ermöglicht.
Eine weitere Möglichkeit: Stein- und Buntsteinputze. Neben ihrer außergewöhnlichen Optik bieten sie vor allem im Sockelbereich höchste Widerstandsfähigkeit und Schlagfestigkeit. Erhältlich sind sie in feiner wie grober Körnung.

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