Mit diesem Imperativ ist der Begriff Nachhaltigkeit einfach auf den Punkt gebracht. Eine Definition, die die vielen Dimensionen und Ebenen menschlichen Lebens auf dem Planeten einbezieht, ist komplexer. Die Forderung nach nachhaltigem Verhalten ist jedoch seit vielen Jahren Leitfaden für politisches, wirtschaftliches und ökologisches Handeln.
Bereits 1987 definierten die Vereinten Nationen: Nachhaltige Entwicklung ist eine Entwicklung, die gewährt, dass künftige Generationen ihre Bedürfnisse nicht schlechter befriedigen können als die gegenwärtig lebende. In diesem Geiste formulierte die UN am 1. Januar 2016 die 17 Nachhaltigkeitsziele in der Agenda 2030, die alle Dimensionen des Lebens abdecken soll.

Die Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie (DNS) blickt auf die Nachhaltigkeit in einem ganzheitlichen Ansatz: Nur wenn die Wechselwirkungen zwischen den drei gleichberechtigten Nachhaltigkeitsdimensionen Ökologie, Ökonomie und Soziales beachtet werden, lassen sich langfristig tragfähige Lösungen erreichen. Die deutsche Strategie legt auch konkrete Maßnahmen zur Umsetzung der 17 globalen Nachhaltigkeitsziele fest und fördert damit deren Umsetzung.
Die vierte Dimension

Zur Ökonomie zählen effiziente Planung, Langlebigkeit und Baufolgekosten.
Und die wichtigsten ökologischen Schutzziele sind natürlich Ressourcenschonung, geringer Flächenverbrauch und minimaler Verbrauch von Energie und Wasser.
Diese drei Dimensionen wurden 2008 am Runden Tisch Nachhaltiges Bauen um eine vierte ergänzt:
Die technische Qualität und die Qualität der Planungs- und Bauprozesse gehen in die Gebäudebewertung ein und wurden im Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen verankert (BNB), in das auch Standortmerkmale einfließen.
Nachhaltigkeit auf allen Ebenen
Bei der Nachhaltigkeitsbewertung wird zwischen Produkt- und Gebäudeebene unterschieden. Die Verwendung nachhaltiger Produkte bei der Errichtung eines Gebäudes bedeutet nicht automatisch, dass das gesamte Gebäude als nachhaltig klassifiziert werden kann. Sowohl das Gebäude als auch die verbauten Produkte müssen nach ökonomischen, ökologischen und sozialen Standards zertifiziert werden.
Welche finanziellen Vorteile bringt mir nachhaltiges Bauen?

- Staatliche Förderung in Form von zinsvergünstigten Krediten der KfW oder direkten Zuschüssen vom BAFA
- Steuerersparnis durch verschiedene Sonderabschreibungen (AfA und § 7b EStG) und Kombination der Abschreibungsarten
- Niedrige Betriebskosten und Unabhängigkeit von steigenden Energiepreisen
- Höherer Immobilienwert durch bessere Wiederverkaufspreise und längere Lebensdauer
- Geringere Instandhaltungskosten durch langlebige, schadstoffarme Baustoffe
Welche Nachhaltigkeitszertifizierung ist die richtige?
Bei der Entscheidung für ein System der Gebäudezertifizierung herrscht Wahlfreiheit. Am Anfang steht immer die Frage nach Ziel und Zweck einer Investition. Ist ein Verkauf an deutsche oder europäische Geldgeber geplant? Dann ist die Zertifizierung durch die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) die optimale Lösung. Ist die Zielgruppe international, ist LEED die bessere Empfehlung. Sollen öffentliche Fördermittel beantragt werden, ist das Ziel die NH-Klasse der KfW und eine Zertifizierung entsprechend dem Qualitätssystem Nachhaltige Gebäude (QNG).





Die Nachhaltigkeitszertifizierung auf Gebäudeebene hängt natürlich eng mit der Klassifizierung der verbauten Produkte zusammen. Die wichtigsten Produktzertifizierungssysteme bewerten die folgenden Aspekte für den gesamten Produktlebenszyklus:
- Ressourceneffizienz: Material- und Energieverbrauch
- Umweltauswirkungen: CO2-Emissionen, Luft- und Wasserqualität, Biodiversität
- Gesundheit und Sicherheit für Lebewesen und Umwelt
- Soziale Verantwortung: Einhaltung von Menschenrechten und faire Arbeitsbedingungen bei der Herstellung des Bauprodukts
- Transport: Berücksichtigung des mit dem Produkt verbundenen CO2-Fußabdrucks
Transparenz beim Hersteller und Aktualität der Produktinformationen
Das 2008 gegründete Sentinel Holding Institut (SHI) verfolgt das Ziel, messbares, nachhaltiges und schadstoffgeprüftes Bauen in der Realität umzusetzen. Das SHI stellt den Zugang auf die SHI-Datenbank als zentrale Plattform für alle am Bau beteiligten Partner wie Hersteller, Architekten, Planer, Generalunternehmen, Auditoren, Bauunternehmen, Verarbeiter und das Handwerk bereit. Diese einzigartige Bauproduktdatenbank verzeichnet emissionsgeprüfte Baumaterialien und deren Nachhaltigkeitseigenschaften und erstellt aktuelle Nachhaltigkeitsnachweise für eine Vielzahl von Produkten.


Innerhalb der SHI-Datenbank gibt es den SHI-Produktpass – ein digitales Nachweisdokument, das effiziente Materialrecherchen ermöglicht und die Produktqualitäten für relevante Gebäudezertifizierungen wie DGNB, QNG, BNB, BREEAM, LEED und EU-Taxonomie dokumentiert.